Bräute erzählen...

Von der Prinzessin zur Bridezilla

JUHU! Eine neue Blogreihe startet und wir freuen uns schon sooo sehr drauf! Lange haben wir geplant und gesucht!

In der Blogreihe „Bräute erzählen“ wird uns Angelika von ihren Planungen erzählen. Die 30 Jährige durfte letztes Jahr schon bei einer kleinen standesamtlichen Hochzeit das Brautfeeling genießen. Diesen Sommer findet das große Fest mit der kirchlichen Trauung statt – Das plant sie nun seit 2 Jahren. Wir freuen uns sehr, dass Angelika bis zu Ihrer Hochzeit nun regelmäßig auf unserem Blog berichten wird. Und nun geben wir an Angelika ab ❤


 

Es sind nur noch drei Monate Zeit bis zum großen Tag. Zwei Jahre Planung, unzählige Bastelabende und zahlreiche Telefonate voll Tränen und Freude werden dann ein Ende haben und in unserer kirchlichen Trauung ihr Finale finden. Und so langsam beginne ich mich zu fragen, was mache ich eigentlich danach? Gut, die Ernährungsumstellung und den neuen Fitnesslifestyle könnte ich zwecks langersehnter Modelfigur fortführen. Ich könnte auch erstmal die vielen Basteluntensilien, von denen ich sicherlich nur ein Drittel in Zukunft verwenden werde, sortieren und auf diversen Brautflohmärkten verkaufen. Fotos müssen geordnet und ausgewählt, das Brautkleid gereinigt und für den Verkauf vorbereitet werden – dazu habe ich mich schon frühzeitig entschlossen, ich möchte in unserer kleinen Wohnung nicht noch mehr Staubfänger horten. Mit all diesen Aufgaben kann man schnell eine Afterwedding-todo-Liste füllen.

Ich liebe to-do-Listen. Das ist mein Rezept, die Zeit bis zu unseren Flitterwochen im Oktober zu überbrücken und das Hochzeitsfeeling etwas zu verlängern. Irgendwie habe ich Angst vor der Zeit „danach“.  Je näher das große Ereignis rückt, desto mehr denke ich darüber nach. Ich mache mir richtige Sorgen, dass ich nach der Hochzeit in eine Art „tiefes Loch“ falle. So wie Schwangere den Babyblues erleben, berichten einige Bräute vom „Afterweddingblues“. Im Grunde ist es eine Situation, die ich schon kenne. Nach jeder großen Prüfung, sei es Abitur oder Examen, musste ich mich erstmal selbst wieder finden, denn plötzlich war da ganz viel Freizeit, die zuvor mit nur einem einzigen Motiv gefüllt war. Und hier liegt das eigentliche Problem.

In vielen Foren lese ich „unser großer Tag ist leider schon vorbei und nun verkaufe ich „XYZ“. Es scheint also vielen Bräuten so zu gehen, dass sie auf die Hochzeit zu fiebern und es dann bedauern, wenn der Tag vorbei ist.

Dabei beginnt doch erst danach das Eheleben und damit ein ganz neuer Abschnitt für die Partnerschaft. Das ist doch das zentrale Motiv einer Hochzeit. Aber das vergessen wir Bräute im Rausch der Vorbereitungen umgeben von Instagram und Co. nur all zu schnell.

Auch ich bin im Zuge der Planung zur Bridezilla bzw. Brautzilla mutiert. Dabei wollte ich eine Prinzessin sein.

Wer sich jetzt fragt was eine Bridezilla  ist. Nun, ich musste es letztens erst meinem Mann erklären und er hat herzlich gelacht und mit dem Finger auf mich gezeigt. Wortwörtlich ist es eine Zusammensetzung aus den Worten Braut und Godzilla. Es gibt sogar eine Serie über Bridezillas mit eigenem Wikipedia-Eintrag, das Thema scheint also weltbewegend zu sein.

Nach und nach habe ich mich immer mehr in dieses Monster verwandelt. Alles muss perfekt sein, ins Farbkonzept und zum Motto passen, dem Budget entsprechen und stets mit mir abgesprochen werden. Ich frage mich, an welchem Punkt der Planung es so weit gekommen ist, dass ich sogar überlege meinem Mann vorzuschreiben, was er am Tag unserer Trauung anzuziehen hat. Zeitgleich sind natürlich meine Erwartungen an unsere Hochzeit ins Unermessliche gewachsen, so dass ich am Ende, wenn man ehrlich ist, nur enttäuscht werden kann. Es belastet sogar unsere Beziehung. Ich werfe meinem Mann mangelnde Motivation vor, er mir übermäßigen Perfektionismus. In einem solchen Moment würde ich am liebsten alles absagen. Ich bin mir sicher, diesen Punkt erreichen viele Bräute irgendwann. Wenn ich nochmal von vorne planen könnte, hätte ich wohl an einigen Stellen etwas Geld einsparen und an einer anderen Stelle investieren sollen – nämlich an der eines Weddingplaners. Mein zentrales Problem ist, dass ich schlecht delegieren und die Kontrolle abgeben kann.

Und da stehe ich mir gerade selbst im Weg. Ich muss also das Bridezilla-Kostüm ablegen (ich lasse es gern professionell reinigen und gebe es in gute Hände weiter, schließlich war vor kurzem Aschermittwoch und Fasching ist vorbei).

Bei dem ganzen Theater geht es nämlich nicht um Sitzpläne oder Stuhlhussen, Boho oder Vintage. Es geht einzig und allein um unsere Partnerschaft. Wir wollen uns vor Gott das Jawort geben, im Kreise unserer Lieben. Ob Freudentränen-Taschentücher in den Kirchenheften liegen oder nicht, ist nebensächlich. Es hat ohnehin jede Mutti Taschentücher in ihrer Handtasche dabei. Auch das Wetter kann man selbst als Bridezilla nicht kontrollieren.  Und die Welt geht nicht unter, wenn die Gäste sich nicht an euren Dresscode halten. Den meisten Druck machen wir uns wohl selbst. Kein Gast erwartet hochkarätiges Entertainment auf einer Hochzeit. Man muss Gästen nicht alles bieten, auch wenn es uns von einschlägigen TV-Sendern vorgegaukelt wird. Kalorien gibt es in Form von Essen schon genug, eine Candy Bar ist nett, aber bei Platzmangel würde ich mich stets für eine größere Tanzfläche entscheiden. Ich liebe Instagram, um mich inspirieren zu lassen, aber real ist da schon lange nichts mehr.

Vielleicht ist es also Zeit für #mehrrealitätaufhochzeiten.

Social Media kann Segen und Fluch zugleich sein, wir sollten also einen Gang zurückschalten, den Terminkalender entrümpeln und rechtzeitig dem Brautburnout entgegen wirken. Sonst droht nach der Hochzeit und den Flitterwochen der Afterweddingblues. Und so freut sich mein Mann, dass der Sportschauabend wieder ihm und nicht mehr dem Tanzlehrer gehört. Und ich gönne mir jetzt ein bisschen Entspannung vom anstrengenden Brautalltag. Mit einem Augenzwinkern frage ich mich gerade, welches Kostüm ich wohl nächstes Jahr anlegen werde, etwa das einer Helikoptermutter?

Ihr Lieben, ich hoffe mein erster Blogbeitrag hat euch gefallen. Natürlich freue ich mich auf Rückmeldung.

Bis zum Nächsten Mal,

Angelika ❤

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Ein Kommentar zu „Von der Prinzessin zur Bridezilla

  1. Guten Abend Angelika
    Ich freur mich sehr so ein schöner Beitrag zu lesen..
    Es hatt mir sehr gefahlen. Ja, die Frauen.. und vor allem, die Perfektionistinen…(ich bin auch so eine) sie wollen das alles Perfekt iklappen soll, das alles schnell gehen soll, das alles so schön wir mäglich sein soll: daben vergessen wir eins.
    Wir sind Wichtig, Es geht nur und uns, unsere Liebe und user Partner…alles anders ist Nebensache….
    Was die anderen denken, das sie über uns reden, wie sie uns sehen.. gas überssen wir dennen. WIR SIND WIR…und ich,,, DIE PRINZESSIN!
    In dise Sinne, alles Liebe und Gute wünsche ich dir vom ganze Herz. Vergiss aber nicht das ein Heirat ist eine Bindung auf Leben.Das es zwischen zwei verliebten,immer wieder zu reibungen kommt und nicht nur für solchen Kleinischkeizen…
    Verliere nicht der Kraft, die Wille der Mut, Bleibe weiter so wie du bist.
    Zina

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