Dienstags Kolumne

Andrea Zug – Singen ist ein Gefühl im Gespräch…

Dienstag – Also Zeit für unsere Lieblings Kolumne!

Auf unsere heutigen „Gesprächspartnerin“ bin ich durch das liebe Facebook gestoßen, fasziniert von ihrer Stimme und ihrer Ausstrahlung, habe ich sie kontaktiert und wollte sie unbedingt auf unserem Blog!

Andrea ist begnadete hauptberufliche Sängerin und singt (wie soll es auch anders sein 😉 ) auch auf Hochzeiten

Herzenssache: Die Frage wirst du schon 100 mal gehört haben, aber trotzdem 😉 : Wie lange singst du schon und wie hast du damit angefangen?

Andrea Zug: Und es folgt der Klassiker als Antwort: Seit ich ein Kind bin. 🙂  Nein, ernsthaft. Ich habe immer unheimlich gerne gesungen. Als Kind habe ich bereits erste Chorerfahrungen gemacht. Aber nicht nur gesanglich war ich als Kind schon aktiv unterwegs, sondern auch in diversen Musikschulen, einem Gitarrenensemble (ich hab 11 Jahre klassischen Gitarrenunterricht gehabt), in einem Gesangsensemble und und und… Lehrer und Chorleiter hatten mein damaliges „Talent“ (das ich selbst als solches nie gesehen habe) immer vor mir erkannt. So haben sie mich immer wieder für Soloparts eingeteilt, von denen ich dann aber kurz vor den entsprechenden Auftritten abgerückt bin. Ich hatte einfach zu viel Schiss und zu große Versagensängste. Selbst, als ich dann mit dem Gesangsunterricht angefangen habe, fiel es mir unheimlich schwer loszulassen und darauf zu vertrauen, dass mich meine Gesangslehrerinnen nicht abwerten würden, was sie natürlich nie getan haben. Das erste richtige Solo habe ich dann im Stuttgarter Gospelchor „Gospel im Osten“ gesungen. Dort gab es eine kleine „Audition“ bei der ich vorsingen musste. Es kostete mich extrem viel Überwindung dies zu tun. Aber ich wurde für den entsprechenden Song ausgewählt und hatte dann meinen ersten Auftritt in der Stuttgarter Liederhalle vor mehr als 2000 Menschen. Die Resonanz war so großartig, dass ich langsam ein „gesangliches Selbstbewusstsein“ entwickelte. Ab da lief dann alles wie von selbst. Ich bekam von allen Seiten immer mehr Anfragen und entschied mich dann irgendwann dazu, mich nebenberuflich selbstständig zu machen. Das war Ende 2014. Und unglaublicherweise ist mein Kalender mittlerweile voll. Ich bin unendlich dankbar dafür, dass ich für diesen elendig langen Weg, den ich gehen musste, endlich belohnt werde 🙂

Herzenssache: Du warst auch schon Teil einer Casting Show und warst dabei sehr erfolgreich. Inwiefern hat dich das weitergebracht oder verändert?

Andrea Zug: Die Teilnahme bei „The Voice Of Germany“ war der Knaller. Als ich mich im Dezember 2014 dafür angemeldet hatte, wäre ich niemals auf die Idee gekommen davon auszugehen, überhaupt in die Show zu kommen. Und „The Voice“ stand für mich immer für ein hochkarätiges Format mit wirklich guten Sängerinnen und Sängern. Ich wusste nicht, ob die Qualität meines Gesangs ausreichen würde. Aber mir war immer klar, wenn eine Castingshow, dann ausschließlich „The Voice“. Ich hatte nie die Illusion, die Show zu gewinnen. Viel mehr ging es mir darum, in kürzester Zeit, ein riesiges Publikum zu erreichen. Und davon profitiere ich bis heute. Selbst wenn meine „Kunden“die Show damals nicht gesehen haben, gibt es immer ein interessantes Gesprächsthema, das die Leute spannend finden. Und ich erzähle gerne aus der Zeit. Denn es war ein riesengroßes Abenteuer, das ich nicht missen möchte. Hey? Wer kann schon von sich behaupten, dass er/sie Smudo ein Mikro an den Kopf geknallt hat? 🙂

Herzenssache: Du bist mittlerweile auch sehr oft Teil des schönsten Tages von Hochzeitspaaren – Ist das jedes Mal was Besonderes oder hast du schon eine gewisse Routine?

Andrea Zug: Ich hab mich 2014 nebenberuflich selbstständig gemacht und zähle mittlerweile schon Hochzeiten im ordentlichen 3-stelligen Bereich, die ich besungen habe. Zu behaupten, dass da gar keine Routine entstünde, wäre eine Lüge. Aber diese Routine begrenzt sich ausschließlich auf organisatorische Angelegenheiten und Abläufe. So habe ich meine zusammengefassten Fragen, die jedes Brautpaar von mir zugesendet bekommt, eine ausgearbeitete Songsliste, klare vertraglich festgehaltene Bedingungen usw. Wenn ich dann bei der Trauung bin gibt es ebenfalls feste Abläufe (1-1,5 Stunden vorher dort sein, Aufbauen, die diversen Dienstleister, Pfarrer, Standesbeamten, Organisten usw. aufsuchen und mich mit ihnen final absprechen…). Was hingegen nie zur Routine wird, ist der Kontakt mit den Brautpaaren. Zwar haben alle das gleiche Ziel, nämlich eine unvergessliche Hochzeit zu feiern, aber kein Brautpaar gleicht dem anderen. Und das macht meine Arbeit mit den Brautpaaren so aufregend und besonders. Ich liebe es auf unterschiedliche Menschen zu treffen, abzuspüren wie sie funktionieren, mich auf sie einzulassen und mich einzufühlen, um sie dann entsprechend beraten und begleiten zu können. Und wenn es dann soweit ist und ich weiß, dass ich gleich dran bin, dann bin ich jedes mal und ich meine wirklich JEDES MAL (!!!) total aufgeregt. Es ist ein ordentlicher Adrenalinkick, der mein Herz schneller schlagen und meine Hände zittern lässt 🙂 Warum? Weil ich einfach weiß, wie wichtig dieser Tag für das Brautpaar ist und es mir wichtig ist, einen Teil dazu beizutragen, dass er perfekt wird. Und ich lass mich gerne von den Emotionen des Brautpaares und der anderen Anwesenden anstecken. Ich saug es richtig auf. Und dann pack ich genau das alles in den Gesang. Und ich glaub das ist es was die Anwesenden dann alle zu spüren bekommen ❤

Herzenssache: Wie viel Budget sollte man deiner Meinung nach für die musikalische Untermalung an einem solchen Tag einplanen?

Andrea Zug: Ich biete nicht nur an die Trauung gesanglich zu begleiten, sondern man kann auch eine Kombination buchen, die optional die Begleitung des Sektempfangs, des Dinners, oder die Eröffnung der Tanzfläche beinhaltet. Zudem besteht die Möglichkeit, mich mit meiner Band, oder einzelnen Mitgliedern der Band zu buchen. Aus all diesen einzelnen Optionen bemisst sich dann der finale Preis. Jedes Brautpaar muss selbst wissen, wie viel Budget es am Ende für die Musik einplant. Da möchte ich es mir nicht anmaßen irgendeine Vorgabe zu geben.

Herzenssache: Wie passiert die Auswahl der Songs? Singst du „nur“ die Wünsche des Paares oder lässt du da auch deine Meinung mit einfließen?

Andrea Zug: Ich habe ein mehrseitiges Repertoire an Songs aus denen sich das Brautpaar Songs für die Trauung aussuchen kann. Dabei lass ich meinem Gegenüber absolut freie Hand. Außer sie bitten mich um Unterstützung. Die Frage „Welche Songs eignen sich zum Ein- oder Auszug“ wird z.B. sehr häufig gestellt und selbstverständlich stehe ich dann beratend zur Seite und berichte von meinen Erfahrungen. Dabei ist es wieder besonders wichtig ein Gespür für das Gegenüber zu entwickeln, denn je schneller man begriffen hat, was das Brautpaar mag, desto einfacher und passgenauer gestaltet sich die Beratung.

Herzenssache: Was sollte man bei der Wahl der Sängerin oder Band beachten?

Andrea Zug: In allererster Linie: Dass einem die Sängerin bzw. die Band gefällt! Das ist das aller-, allerwichtigste. Dann würde ich auch immer dazu raten zu überprüfen, ob es eine Homepage gibt. Gibt es ein Impressum mit Kontaktdaten? Ist der Musiker bzw. die Musikerin beim Finanzamt gemeldet?  Gibt es Bewertungen zu dem Künstler (bezüglich der Zuverlässigkeit usw.). Was wird vertraglich festgehalten? Was passiert wenn der Künstler erkrankt, oder einen Unfall hat? Und ich würde immer drauf bestehen eine Hörprobe zu bekommen, sollte es keine auf der Homepage geben. Achtung sollte immer bei Hobbysängerinnen und -sängern und Sängern und Sängerinnen, die keine Rechnung verlangen und keine Homepage haben, geboten sein. Immer wieder kommen verzweifelte Anfragen bei mir an, in denen die Hobbysängerin, oder der „nicht-angemeldete Sänger“ kurzfristig abgesprungen sind. Ein Künstler, der von der Musik lebt, ist auf seinen guten Ruf angewiesen und lässt seine Brautpaare niemals grundlos im Stich. Dies ist auch vertraglich festgehalten. In meinen Verträgen versichere ich, dass ich im Falle von Krankheit, Unfall usw. alles daran setze einen möglichst vergleichbaren Ersatz zur Verfügung zu stellen. In der Hochsaison kann das schonmal eine große Herausforderung sein, kurzfristig einen guten Ersatz zu finden, aber wenn es jemals dazu gekommen ist, habe ich bisher IMMER einen Ersatz finden können, mit dem das Brautpaar dann ebenfalls sehr glücklich war. Das liegt daran, dass ich sehr gut vernetzt bin und sofort meine Kontakte spielen lassen kann, sollte dies notwendig werden. Dies garantiert in der Regel aber nur ein professioneller Musiker.

Herzenssache: Kann man dich vorab der Hochzeit auch irgendwo live erleben? Oder triffst du das Paar vor dem großen Tag?

Andrea Zug: Wenn sich das Brautpaar wünscht mich vorher kennenzulernen, dann treffe ich mich mit ihnen sehr gerne in meinem Lieblingscafé, dem Café Poffers in Stuttgart. Gestern habe ich mich erst mit zwei Brautpaaren getroffen, die eine Doppelhochzeit feiern werden, morgen steht ein weiteres Kennenlernen mit einem Brautpaar an und das nächste folgt dann zwei Tage später. Wenn es möglich ist, versuche ich diese Termine außerhalb der Saison anzubieten, da mein Kalender während der Saison immer so voll gestopft ist. Deshalb finden die Termine gerade auch so gebündelt statt, denn meine Saison beginnt erst um die Osterzeit. 🙂

Wenn man mich gerne „live“ hören möchte, muss man mich einfach nur ansprechen, oder anschreiben. Es gibt immer eine Möglichkeit mich irgendwo zu hören. Ich geb dann gerne durch wo ich singe!

Herzenssache: Du bist in Stuttgart ansässig, bist du auch reiselustig und würdest zum Beispiel nach Berlin oder Österreich fahren/fliegen

Andrea Zug: Eigentlich bin ich Rheinländerin, aber ja, ich lebe jetzt seit 10 Jahren im Raum Stuttgart und singe in erster Linie im Raum Baden Württemberg. Ab und zu bin ich auch in der Schweiz oder in Bayern. Im Rheinland singe ich auch immer mal wieder. Dort habe ich zuletzt im Dezember ein Konzert mit meiner Band gegeben.

Im Grunde singe ich überall dort, wo man mich bucht und haben möchte. Dreht es sich allerdings dabei um eine Hochzeit an einem Samstag, dann ist es so, dass ich bei einer Anreisezeit von mehr als 1,5 Stunden nur noch den kompletten Tag anbiete. Konkret bedeutet das, dass ein Paar mich dann ausschließlich für den gesamten Tag und nicht nur für die Trauung buchen kann. Das liegt einfach daran, dass ich häufig zwei Trauungen an einem Tag machen kann, wenn diese in meiner Umgebung stattfinden. Findet eine Trauung in größerer Entfernung statt, dann kann ich meistens –aufgrund der langen Anfahrtszeit- keine weitere Trauung mehr annehmen und mach damit am Ende des Tages ein Minus.

Aber an sich liebe ich es zu reisen und etwas mehr vom Land, oder Ausland zu sehen. Zu bedenken ist dann lediglich, dass ich eine Kilometerpauschale von 0,30 Cent veranschlage.

Herzenssache: Zum Schluss – Welchen Tipp hast du an Paare, die bald heiraten?

Andrea Zug: Mein Tipp an die Brautpaare ist: Wenn es euch wichtig ist, keine Kompromisse in der Auswahl der Dienstleister einzugehen, dann fangt so früh es geht an zu planen. Denn gute Dienstleister und Locations sind in der Regel bis zu zwei Jahre im Voraus gebucht. Wenn man dann aber alles geplant hat und der Tag endlich gekommen ist, dann ist mein wichtigster Rat: „Habt Vertrauen und lasst los!“, denn es läuft immer irgendetwas nicht so, wie man es geplant hat. Aber wenn dann die Haltung eine gelassene ist, wird am Ende alles gut. Da bin ich fest von überzeugt. Je entspannter ihr seid, desto schöner wird das Fest. 🙂

Herzenssache: Liebe Andrea, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast und unserer Fragen so umfangreich beantwortet hast ❤

So liebe Bräute, wenn ihr Andrea buchen wollte oder einfach mal hören wollt, wie toll sie singt, hänge ich euch unten die Links an 🙂

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Hörproben: Halleluja und Andrea Zug und Band

 

Fotos: Ludmilly Parsyak

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Ein Kommentar zu „Andrea Zug – Singen ist ein Gefühl im Gespräch…

  1. Oh ich habe Andrea schon bei The Voice gerne verfolgt unf finde es toll, dass sie das weitermacht.
    Werde gleich mal anfragen wegen unserer Hochzeit im September 2018.
    Lari

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